Kaum hatten wir das Haus fertig ausgestattet und waren wieder zu Hause angekommen, erreichte uns die Nachricht unseres Architekten: Das Bauamt stellt sich quer bei dem anthrazitfarbenen Dach!
Die kurze Vorgeschichte: In der Gemeindesatzung von 1994 wurde festgelegt, dass für neue Bauobjekte ein rotes oder rot-braunes Dach verpflichtend ist. Wir haben einen Antrag auf Abweichung/Befreiung von der Satzung an die Gemeinde gestellt, der uns auch positiv beschieden wurden. Hier haben wir bereits dazu geschrieben:
http://www.mein-bautagebuch.info/News-file-article-sid-15.html
Bereits beim Einreichen des Bauantrags meinte unsere Sachbearbeiterin vom Bauamt, dass das letzte Wort zur Dachfarbe noch nicht gesprochen sei. Wir sollten noch einmal einen Antrag auf Abweichung stellen und diesen an das Bauamt schicken. Dem Wort und Willen der Gemeinde werde aber Bedeutung beigemessen, es sich also eher um eine Formsache handele. Knapp 3 Monate später heißt es nun vonseiten des Bauamts, die Gemeinde habe gar keine Zuständigkeit. Auf dieser Grundlage kann das Bauamt keine Entscheidung treffen, weil diese ja nicht rechtlich einwandfrei ist – wegen der bestehenden Satzung.
Jetzt kommt es erstmal zu einer Sitzung zwischen Bauamt, Bürgermeister der Gemeinde und Amt Waren Seenlandschaft. Da wird entschieden, ob noch eine Anhörung mit uns als Bauherren und unserem Architekten erfolgt.
Es ist ja nicht so, dass wir in einem Neubaugebiet mit lauter roten Dächer ein schwarzes dazwischen schieben wollen. Wir wollen in eine Lücke in einem gewachsenen Dorf bauen und die Dächer ringsumher sind – vor allem witterungsbedingt – teilweise auch alles andere als rot.
Wir könnten ja auch einfach eine Photovoltaikanlage auf's Dach nehmen ... die Südseite zeigt genau zur Straße ... dann hat das Bauamt seine roten Ziegel und das Dach ist trotzdem dunkel. Nagut, es bringen vorerst keine Trotzreaktionen, sondern nur Hoffen auf Vernunft. Es ist niemanden mit geholfen, wenn das Bauamt gegen den Willen der Bauherren und den der Gemeinde entscheidet. Unser Architekt meinte zu uns, es wird wohl darauf hinaus laufen, dass die Gemeinde die Satzung verändern muss. Sofern sie denn mitmacht...
Das war's dann wohl mit dem geplanten Baubeginn Anfang April.